Zossen pleite?

„Wir hatten schon schönere Haushalte“ ist die Aussage der Kämmerin als in der Finanzausschussitzung der Haushalt 2016 besprochen wird. Man kann es auch anders sagen. Mit angeblichen 10 Millionen, mit der die Bürgermeisterin ihre letzte Wahl beworben und knapp gewonnen hat, kann sie jetzt nicht mehr wedeln. Im Gegenteil: Gelder für neue Investitionen sind kaum vorhanden.

Dabei fragt man sich, was Zossen denn mehr gebaut und investiert hat, als andere Gemeinden? Wo hat Zossen sich hervorgetan (mal abgesehen, von der Anzahl an Gerichtsverfahren)?

Gesamtschule Dabendorf:

noch immer kein Kredit. Bau ungewiss. In die alte vollkommen überfüllte Schule wird nicht mehr investiert. O-Ton Ortsvorsteher Noack (nebenbei nach der Sitzung) dazu: „Sie würden doch auch nicht in ein Haus investieren, dass sie abreißen lassen wollen!“ (Dass die Schule abgerissen werden soll, davon war bisher noch keine Sprache…)

Bahnhof Zossen:

Ausbau immer noch nicht komplett abgeschlossen. Dafür so heruntergekommen, dass prominente Personen wie Dr. Mark Benecke Zossen zu ihrer Zielscheibe machen: Dr. Mark: „Die Geistergaststätte in Zossen, der 50er Jahre Charme des Zossener Bahnhofs und ein Geistertunnel, der wohl weltweit einmalig ist.“ Als Leichen- und Madendoktor kennt er sich mit so etwas ja aus.

Kaufland:

Ah ja, Kaufland haben wir. Dafür ist Nahkauf weg und das Einkaufszentrum in der Innenstadt reduziert. Die Händler in der Stadtmitte haben sich zusammengeschlossen, um ihr Überleben zu sichern.

Kita:

Wurde nach intensivem Drängen endlich gebaut und dennoch sind die Wartelisten für Kinder zu lang. Werdende Mütter melden sich in Zossen besser schon vor der Geburt an, um einen Platz zu bekommen.

Schulsportstätten Wünsdorf/Zossen:

ach nein, ist ja noch nicht fertig.

Mehr? Ja, Gerichtsverfahren!

Fahrradwege, Gehwege? Stadtpark? Fehlanzeige. Und dann müssen ja auch noch die Strafzinsen an Kreis und Land bezahlt werden. Und nicht zu vergessen das, was Zossen nach außen zu trauriger Berühmtheit werden lässt: Gerichtsverfahren gegen alle, die man scheinbar als Sündenbock für eine verfehlte Haushalts- und Stadtpolitik an den Pranger stellen kann.

Die zweite wichtge Ansage der Kämmerin ist da sehr eindeutig beim Zossener Haushalt für 2016: „Einziger Spielraum sind die Zuschüssen für die Vereine“.